Montag, 29. september 2008
Peace alle miteinander,
es ist das eingetreten was ich heute morgen befürchtet habe: ES REGNET! und ned nur a bissel, nej es SCHÜTTET! und warum kotzt mich das so an? Weil Kleinhirn Lukas keine Regenjacke dabei hat und nun durch die Gegend fahren soll um Werbung an schwarze Bretter zu pinnen! So nen kearrrrrrck. Naja, so kommt ihr dazu, was bei mir in den letzten Tagen so ablief.
Die zurückliegende Arbeitswoche war gespickt mit Highlights, die ich aber anscheinend alle verpasst denn es war ziemlich langeweilig, so langsam stellt sich hier der Alltag ein, nach nun etwas mehr als einem Monat und einer Woche Schweden. Es war schon lustig mit den Kinners aus der Juniorergruppe rumzutoben, aber das war auch nur ein temporäres Hochgefühl. Wat den Schwedischkurs angeht, so bin ich nun in der Lage die Wochentage aufzusagen und habe gelernt ein Adjektiv zu steigern, mal gucken was mich heute Abend erwartet.
Das Wochenende war hingegen etwas lebensfroher, zwar hab ich nicht viel unternommen, aber das wenige viel war schon sehr lustig. Phil hat über ein Plakat von einem Konzert erfahren, dass irgendwo stattfinden sollte, bekannt war nur, dass es sich dabei um Anarcho-Punk handelt, also nichts wie hin. Als wir aus der Bahn ausstiegen war mein erster Gedanke: In wat für nem Ghetto sind wir hier gelandet. Auf der einen Strassenseite ein riesiges Fabrikgebäude, auf der anderen Arbeitersiedlung. Aber wir waren ja ned da, um dort einzuziehen, sondern nur für das Konzert. Nach fünf Stunden warten, um 7 war Einlass, wir Deppen waren um 6 da und selbst um 10 wären wir noch pünktlich zur ersten Band gekommen, war es dann so weit. Kunst ist immer eine Sache des Betrachters. Der der dies für wirkliche Kunst hält mag bis zur Unkenntlichkeit gekreischte Wörter, verzerrte Gitarren, die so heftig rückgekoppelt sind, dass Tonunterschiede nur an den Bewegungen der Hände des Gitarristen bzw. Bassisten erkennbar sind, kaum jedoch fürs Ohr und ein extrem schneller Beat. Insgesamt eine sehr unterhaltsame Erfahrung. Wer mich kennt, der weisz, dass ich gerne laute Musik höre, doch diese Interpretation der Musik war dann doch etwas zu laut. Phil hörte nach ner halben Stunde nur noch gedämpft, hat sich dann aber später davon erholt, joa und war schon lustig. Die Schlagzeuger hatten definitiv was drauf. Auszerdem habe ich an diesem Abend Fair Trade Cola kennengelernt, aus Malawi und Sambia, die hat wirklich Klasse. Ned so süsz wie die herkömmliche Cola. Des Weiteren wurden wir noch in die groben Kreise der Antifa eingeführt. Ick hab damit ja ned so wirklich was am Hut, aber für Phil war das schon super, so Kontakte knüpfen zu können. Auch haben wir erfahren, dass es in diesem Kulturhaus, genannt Kulturhuset Underjorden (kann sich wohl jeder denken, wat das bedeutet), jeden Sonntag Essen für jedermann zu nem günstigen Preis gibt. Zu bemerken gibt es noch, dort wird nur veganes Essen serviert. Also nichts wie hin gestern Nachmittag. Und es erwartete mich das zum einen gesündeste, als auch leckerste Essen seit ich in Schweden bin. Endlich mal wieder Gemüse pur. Oh war das lecker und alles für nur umgerechnet 2€.
So es regnet immer noch, ich hab keine Ahnung, was ich nu machen soll und langweile mich.
Ick wünsch euch was.
von Lukullus
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