Am Samstag den 6. September steigen zwei deutsche Volontäre aus dem Zug von Göteborg nach Kungsbacka. Der eine heißt Phil(ipp), der andere Lukas. Nun warten beide auf die Ankunft von anderen
Volontären, die das gleiche Ziel wie sie haben: 1. Helsjön-Seminar, auch genannt On-Arrival-Seminar. Ein weiterer Zug fährt in den Bahnhof ein, der diesmal aus Malmö kommt, und es steigen drei
weitere Volontäre aus! Der Kilian, die Claudia und die (Chris)Tine, auch sie kommen aus Deutschland. Es folgt noch ein weiterer Zug, in dem sitzen die Nora, der Tibor, beides Volontäre aus Ungarn,
die Babora, aus Tschechien, die Simone, mal wieder eine Deutsche, und die Anna, angereist aus Uppsala. Anna ist auch die einzige Person in diesem Kreis, die kein Volontär ist, sondern die Leiterin
des Seminars.
Boah, wenn ich für einen Zeitabschnitt von zwanzig Minuten soviel Zeit brauch, dann lest ihr bald in Echtzeit :D, ich kürz das ganze Mal etwas ab.
Die Gruppe fährt mit dem Bus nach Helsjön, in die Volkshogskola, dort können Schulabbrecher irgendwann im Laufe ihres Lebens ihren Abschluss nachholen, so auch Timmy, ein ehemaliger Volontär, der
nun hier zur Schule geht. Timmy begleitet den kleinen Haufen die ersten Tage des Seminars, erzählt von seinen Erfahrungen in seinem Jahr, hält Morgen- und Abendandachten und ist einfach immer da,
wenn man ihn braucht, ein sehr netter Kerl, mit dem sich die neuen Volontäre schnell anfreundeten und ihn bei jeder spätergegebenen Gelegenheit auflauerten, um sich mit ihm zu unterhalten,
besonders Tine sollte sich hierbei in besonderer Weise hervortun
Tine, immer schön ans ignorieren denken oder Indoor bandy, doch dazu später. So verging das Wochenende wie im Fluge
und die Gruppe lernte so einiges über Svenska kyrkan und anderes, außerdem waren diese Nichtschweden so verrückt im anliegenden See morgens um sieben schwimmen zu gehen.
Montag, es muss wohl so gegen viertel nach zwei gewesen sein, hielt ein Bus in Helsjön und viele weitere Volontäre strömten aus den automatisch öffnenden Türen, alles Schweden! Nun ging das Seminar
erst richtig los und gleichzeitig hörten die ausländischen Volontäre schlagartig auf etwas zu verstehen, denn im Audiomenü wurde von Englisch auf Schwedisch umgestellt, schade nur, dass dieser Film
nicht über ein Untertitelmenü verfügte. So wurde es zu einem Kampf des Verstehens, wobei so einiges netterweise dann doch auf Englisch übersetzt wurde, aber auch nur solange nicht diskutiert wurde,
dann nämlich machten die Deutschungarntschechen große Augen, guckten blöd in die Runde und fingen an, außer vielleicht Kilian, der über einige Schwedischkenntnisse verfügt, auf englisch
loszustottern, wenn sie was sagen sollten. Alles in allem mehr schlecht als recht die Situation. Abends war die Stimmung hingegen etwas lockerer, wenn es möglich war die Fernbedienung in die Hand
zu nehmen und sich selbst eine Sprache auszuwählen, wobei beim Stille Post spielen sehr lustige Dinge herauskamen, wenn ein tschechisches Wort, von keinem verstanden, durch eine Runde von
Deutschen, Schweden und Ungarn gereicht wird, bis es bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden ist und wohl eher als Buchstabensalat bezeichnet werden sollte. Gleichzeitig betätigten sich Teile
der ausländischen Jungs abends noch sportlich und spielten mit Timmy und seinen SchulkameradenInnen Inner bandy, worunter man sich Hockey mit Plastikschlägern, Plastikball und Minitoren vorstellen
muss. Eine schweißtreibende Angelegenheit aber mit sehr hohem Funfaktor. So strich der Montag und der Dienstag ins Land, alle Ausländer wurden müde und krank, sodass alle am Dienstagmorgen, von der
Schlaferitis gepackt, dahinkrochen. Der Mittwoch sollte aber so einiges verändern, das Klassenzimmer wurde gegen die schwedische Natur eingetauscht, es ging auf eine Mini-Pilgerwanderung! Allen
wurde ein Pilgerhandbuch in die Hand gedrückt, welches man sogar behalten durfte. Dann gings los in den Wald, es wurden die Grundregeln und -utensilien des Pilgerns vorgestellt und mit der Zeit
wurde der Fußmarsch zu einer nachdenklichen Angelegenheit, alle versanken immer mehr in sich selbst und wenn es Gespräche gab, so waren sie plötzlich um einiges tiefgehender als zuvor. Der Tag
sollte zum besten des ganzen Seminars werden, denn durch diese Aktion wurde der lose Haufen von verschiedenen Nationen, Hintergründen und Interessen zu einer Gruppe, die ein bewegendes Ereignis
gemeinsam durchlebten, an das sie sich wohl noch länger erinnern werden!
Wieder zu Hause war Movietime, ein in der Gruppe recht unterschiedlich bewerteter Film wurde gezeigt, dessen Beschreibung hier aber zu weit führen würde, nur soviel, es ging um das Ergreifen von
Initiative, Freundschaft und das Überdenken des eigenen Tuns, was recht gut zu unserer Situation passt. Donnerstag bricht an, ein großer und leerer Tag für die Volontäre, die nicht in ihrer Heimat
geblieben sind, denn es ist ein Tag voller leerer Zeit. Der Morgen beginnt recht normal, bis Tine ihren persönlichen Tagesrückblick des vorangegangen Tages vorträgt, der allen noch einmal die
Bilder der Wanderung vor Augen hält, danach stellen die Ungarn und die Tschechin ihr jeweiliges Land vor, was die Deutschen schon am Dienstag getan hatten. Sobald die Vorträge zu Ende sind
verstehen nur noch die Schweden etwas, denn die Landessprache übernimmt mal wieder das Regiment. Kilian und Lukas beschäftigen sich anderweitig. Während den Einheimischen der Kopf raucht, drehen
sie kleine Filme von Haargummis, die das Tanzen lernen, worüber sie sich dann schlapp lachen, gleichzeitig aber probieren den Lachreiz zu unterdrücken, da sie mitten im Vortrag sitzen. Doch sie
werden bald erlöst, denn was nun für die Schweden kommt haben die Ausländer schon am zurückliegenden Wochenende behandelt, sodass sie die herrliche Sonne genießen dürfen. So geht jeder seinen
Interessen nach, die einen halten sich beim Inner bandy in der Sporthalle fit, die anderen laufen durch die Gegend und genießen die Natur und die dritten sind froh einfach mal Zeit zum Schlafen zu
finden
Alle die nun annehmen sollten, dass ich der dritten Gruppe angehöre haben nicht recht, ich bin um den See gelaufen und habe die schöne Natur genossen, was ihr auch im Fotoalbum zum
Seminar findet. Irgendwann finden sich einige zusammen und beschließen ein letztes Mal den See unsicher zu machen. Die Gruppe bestehend aus Tibor, Tine, Ronya, Phil, Simone, Kilian und Lukas
macht sich auf den Weg und ist bald am See angelangt, wo sie zunächst die Sonne genießen, dann der Versuchung jedoch nicht mehr widerstehen können doch das erfrischende Nass aufzusuchen, zumindest
einige von ihnen. Nach anfänglichen "zu kalt"-Gebärden seitens Tibor und Lukas finden sich doch tatsächlich fünf Gestalten der kleinen Seereisegruppe im Wasser wieder und genießen die unglaubliche
Aussicht vom Seespiegel aus. Danach wird noch von einer halsbrecherisch hohen Klippe von ganzen zwei Metern gesprungen und dann gesonnt, wenn die Sonne zwischendurch Mal durch die Wolken
schielt.
Später am Abend nimmt die gesamte Volontärengruppe am Wochengottesdienst teil, für einige ausländische sollte dies der erste Gottesdienst mit Abendmahl in Schweden werden. Ein sehr bewegender
Gottesdient, der so manches Auge mit salzhaltigem Wasser füllt, begleitet von einem Ensemble einiger Instrumente, gespielt von Schülern des Folkhogskola. Der letzte Abend war da. Ein letztes Mal
Inner bandy, ein letztes mal Nachtfika. Der Abend wurde sehr lustig und freundschaftlich, man hatte sich inzwischen über die Landesgrenzen hinaus angefreundet, und innerhalb der schwedischen
Grenzen scheint es auch über rein freundschaftliche Basis hinauszugehen, wie sich nun im Nachhinein rausstellte.
Ich wünsche den beiden Pärchen, sollten sie tatsächlich eine weitere Zukunft
haben alles alles gute :)
Der letzte Tag brach an, ein letztes Mal lecker frühstücken, ein letztes Mal zur Morgenandacht, die eine der besten des ganzen Seminars wurde, vor allem durch die Gesangseinlage von der Tine
Nochmals danke Tine für dieses schöne Abschiedsgeschenk an uns alle dann eine Auswertungsrunde und noch eine Andacht, für unser weiteres Jahr. Das letzte Mittagessen und schon gings los in
Richtung Bushaltestelle, Timmy wurde mitgenommen, um sich richtig von uns Ausländern verabschieden zu können und als der Bus dann kam und wieder abfuhr war es dann soweit, die Volontäre räumten das
Feld, doch sie kommen wieder, das Januar-Seminar eilt heran mit großen Schritten und die Vorfreude ist schon jetzt groß, denn die zurückliegende Woche wird wohl zu einer der grell aufleuchtenden
werden, wenn wir uns an unser Jahr als Freiwillige zurückerinnern.
Danke an alle Beteiligten und vor allem die Leiter
Doch dies waren erst sieben Tage! Der achte begann für alle im mehr oder weniger angenehmen Bett, am Abend traf sich jedoch ein kleiner Splitter der Seminarteilnehmer aus Göteborg zum fikan, es
wurde gequatscht gelacht, über Dinge aufgeklärt, die andere noch nicht wussten und wieder gequatscht und gelacht. Ein schöner Abend.
Ick wünsch euch allen wat, aber ich darf ned sagen wat, sonst gehts ned in Erfüllung.
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